Natürlich versucht jede Band sich weiterzuentwickeln und nicht bei einem Musikstil stehenzubleiben. Dumm nur, wenn die Fans der ersten Stunde genau das nicht wollen. Keane haben sich mit jedem folgenden Album ihrer Karriere weiter von den melancholisch-zarten Klängen des Erstlings Hopes and Fears (2004) entfernt; zunächst nicht ganz (Under the Iron Sea, 2006) und zuletzt viel zu sehr (Perfect Symmetry, 2008). Knüpft die kürzlich erschienene EP Night Train nun wieder an den Stil der ersten Songs an?
Für mich stehen die drei Briten noch immer für den Sound, mit dem sie bekannt wurden: schwermütige, tragende und doch lebendige Klänge, erschaffen durch die ungewöhnliche Kombination von Keyboard bzw. Klavier und Schlagzeug. Mittlerweile haben sie sich leider einem etwas sperrigen Pop verschrieben, der auch wieder auf Night Train anzutreffen ist. Beim ersten Hören wär ich bei diesen zwei, drei Titel fast verzweifelt; gerade Stop for a Minute ist so richtig weichgespülter Radio-Pop. So etwas will ich einfach nicht auf einem Keane-Album hören, verdammt nochmal!
Bei insgesamt acht Titeln bleibt ja leider nicht mehr viel übrig, um das gutzumachen. Dennoch ist der Rest definitiv angenehmer und näher am typischen Keane-Sound – gerade My Shadow könnte direkt von Hopes and Fears stammen und ist deshalb auch einer meiner Favoriten auf der EP. An Tom Chaplins Stimme ist glücklicherweise nichts auszusetzen, sie schwebt auf den Klängen der ruhigeren Songs und wuschelt sich durch die schlechteren Songs, wo sie aber ganz und gar unpassend wirkt.
Ich wünsche mir wirklich von ganzem Herzen, dass Keane mit dem nächsten Album wieder zu den eigenen Wurzeln und Stärken zurückkehren. Night Train macht noch keine wirkliche Hoffnung, dass das auch geschehen wird, aber die stirbt ja bekanntlich zuletzt…
Das ist der Sound, für den Keane stehen!


Schicker Sound. Ich weiss noch, als sie aufkamen dachte ich, das sei “Queen” (Keane – Queen, yknow)
Aber dass die schon soviel rausgebracht haben, wusste ich nicht.
Das Video hier bekomme ich nicht zum laufen, aber der Song aus dem Link hört sich ganz gut an
Hör mir das mal später an. Aber sag mal: hast du nicht letztens geschrieben, dass du keine schwermütige Musik mehr hörst? Und vor allem nicht mehr so verstärkt von Männern? ^^
@graval
Und beide zählen lustigerweise zu meinen Lieblingsbands
@spanksen
Dachte erst, es läge an DailyMotion, aber offensichtlich hab ich da doch was falsch eingebunden… :/
@Laosüü
Ich habe garaniert nicht geschrieben, dass ich beides nicht mehr hören will – zu dem Zeitpunkt hab ich eben mal was anderes gehört. Know your Roots!
Queen sicher bei mir, Keane würde ich nicht als Lieblingsband beziechnen, guter Sound, aber ich kenn zu wenig davon
Nachholen! Aber mit Hopes and Fears anfangen!
Ich wollte gerade fragen, womit am besten anfangen, denn ich hör mich grad ein bisschen auf YouTube durch und… schön
Vielleicht kauf ich mir mal das Album
Ich kanns empfehlen, aber wenn du erstmal reinhören willst: Somewhere only we know, This is the last time, Everybody changes, Bend and break, Bedshaped – alles sehr schöne Lieder vom ersten Album
Hab ich schon ein bisschen durchgehört (die meisten davon kennt man ohnehin
). Bin jetzt über das doofe Stop for a Minute bei Wavin’ Flag gelandet. Und nein, ich weiss, dass das nicht von Keane ist
Dass du es auch doof findest, freut mich. Weitermachen!
Ich sehe dein Argument. Anfangs ist die Musik einfach gehalten, eher schwer – aber unverkennbar Keane. Ist ja nicht so, als wären die unbemerkt an mir vorbeigegangen
. Mit Stop For A Minute haben sie ein Stück, das jeder Trottel singen könnte, den typischen Keane-Sound macht nur Keane
Ich finde, dass Keane in ihrem zweiten Album (und den Outtake Bootlegs dazu) ihren kreativen Höhepunkt erreicht hatten. Bei ihnen zerrissen wurde der Sound bei Coldplay gelobt. Perfect Symmetry war dann beim ersten Hören eine Beleidigung, aber ich habe es schätzen gelernt. Night Train habe ich mir bisher nicht nicht gegeben.
Under the Iron Sea fand ich auch noch richtig gut, die pompösen Nummern waren da noch nicht so aufdringlich wie zwei Jahre später, die ruhigeren mindestens so schön wie beim Debütalbum. Aber mit Perfect Symmetry werde ich einfach nicht warm, egal wie oft ich es mir anhöre. Auch wenn da ebenfalls ein paar schöne Titel drauf sind (wie Black Burning Heart).
PS ist einfach so ein richtiges 80er Jahre Album. Die Vorgänger fand ich aber auch VIEL besser. Vor allem das psychedelische Under The Iron Sea.
Ach ja, Night Train. Gut, dass es nur eine EP ist und ganz sicher nicht so klingen wird wie das nächste Album.
Es ist ein nettes Experiment, aber wie du schon sagst, sehr poppig und sehr radiotauglich, quasi Dudelmucke. Es gibt ein paar sehr schöne Stücke drauf (Clear Skies oder Back in Time), aber auch Ausrutscher (Ishin Denshin-arg!). Dennoch finde ich es bemerkenswert wie sie sich als Band und vom Sound her nach Hopes & Fears weiter entwickelt haben! Ich wünsche mir die guten alten Klavierstücke zurück, wo der Fokus wirklich auf Toms Stimme liegt. Doch auch Perfect Symmetry hat mich total begeistert. Einfach weil sie als Band immer wieder überraschen und ich persönlich fänd es ziemlich langweilig, wenn sie jedes Album nur wie H&F hätten klingen lassen.
Müssen sie ja auch nicht, aber ich würds mir wünschen. Pompöse Bombast-Melodien passen einfach nicht zu Keane, ich will ein Album mit simplen, von mir aus auch energischen Melodien. Perfect Symmetry ist einfach nichts für mich, wenn es eben auch einige nette Songs zu bieten hat, was ich gerne zugebe