LostWinds: Winter of the Melodias

Letzten Freitag war ich nun endlich in der Lage, mir den zweiten Teil des letztjährigen WiiWare-Hits LostWinds herunterzuladen, der den netten Untertitel Winter of the Melodias trägt. Das Spiel ist so schön geworden, dass ich gar nicht anders kann als darüber zu bloggen.

lostwindsheader

LostWinds: Winter of the Melodias ist ein klassischer Plattformer mit unkonventionellen Gameplay-Elementen: Anstatt den kleinen Toku bei der Suche nach seiner Mutter direkt zu steuern, erhält der Spieler die Kontrolle über den Windgeist Enril, der mithilfe der Pointerfunktion der Wiimote kontrolliert wird. Toku selbst kann man nur nach links und rechts laufen (und im zweiten Teil auch erstmals tauchen) lassen; Sprünge führt der Wicht aus, indem man mit dem Pointer über ihn fährt und somit einen Windstoß erzeugt. Zugegeben: Anfangs ist die Steuerung etwas ungewohnt (wenn auch für Kenner des ersten Teils nicht in dem Maße wie für Neueinsteiger, da sie nahezu 1:1 aus Letzterem übernommen wurde). Nach einer Weile geht sie aber dermaßen in Fleisch und Blut über, dass man sich fragt, warum es solche Steuerungsmechanismen nicht in mehr Spielen gibt.

Im zweiten Teil erhalten Toku und Enril zudem eine Vielzahl an neuen Fähigkeiten, die zum Teil auf bekannten aufbauen oder gänzlich neu sind wie etwa das Erzeugen eines Wirbelsturms, um höher gelegene Plattformen zu erreichen. Das markanteste neue Gameplay-Element dürfte aber der virtuelle Wechsel von Sommer und Winter sein, den man ab einer bestimmten Stelle im Spiel durchführen darf, um so an vorher nicht zugängliche Stellen zu gelangen. Der Eingang zum Palast der Melodias ist nur über einen See zu erreichen, der ausgerechnet jetzt zugefroren ist? Kein Problem: Schnell die Jahreszeit gewechselt und schon kann man ihn schwimmend und tauchend erreichen. Das ist natürlich eines der ersten Beispiele für diese Fähigkeit, gegen Ende wird das Ganze auch schon mal kniffliger (knifflig beschreibts wohl auch wirklich am besten, denn richtig schwer wirds eigentlich nie).

lostwinds1

Das große Manko des ersten Teils war sein Umfang: Zwischen drei und vier Stunden Spielspaß wurden einem für immerhin 1000 Wii Points bzw. 10 Euro geboten. Leider ist das bei Teil zwei nicht wirklich besser: Gleicher Preis, minimal höhere Spielzeit. Ich habe rund vier Stunden gebraucht, was selbst für ein Download-Spiel meines Erachtens viel zu wenig ist.

Trotzdem wird sicher niemand den Kauf des Spiels bereuen – angesichts dessen, was einem während der wenigen Stunden geboten wird. LostWinds 2 hat eine ungeheure Motivationskurve, für die nicht etwa die zugegebenermaßen etwas hanebüchene Story, sondern der ständige Wechsel von Erhalt, Ausprobieren und Ausbau einer Fähigkeit verantwortlich ist. Die Rätsel sind – wie oben angesprochen – nie wirklich fordernd, dafür aber nur durch Kombination der unterschiedlichen Manöver zu lösen, was im Endeffekt einfach riesigen Spaß macht.

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Die Welt in LostWinds 2 ist alles andere als groß, kann dafür aber wegen der verschiedenen Ebenen schnell unübersichtlich werden, wogegen die Entwickler von Frontier dieses Mal mit einer simplen Karte vorbeugen (zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass es die im ersten Teil noch nicht gab…). Dummerweise führt das aber auch zu Missionszielen wie „Kehre zurück zu Punkt XY“ – das Backtracking hat also zugenommen, bewegt sich aber noch in erträglichen Sphären.

Denn bei einer so schön gestalteten Spielwelt geht man natürlich gern zweimal an derselben Stelle vorbei! Wirklich, auch im zweiten Teil ist Tokus Heimat unglaublich schön, dynamisch und (auch wenns kitschig klingt) zauberhaft geworden. Das Spiel sieht um Längen besser aus als so manches Vollpreis-Game und braucht sich vor keinem PSN- oder XBLA-Download-Titel zu verstecken. Gleiches gilt auch für die Musikuntermalung, bei der wieder Melodien aus dem ersten Teil aufgegriffen und nun auch um einige winterliche Stücke bereichert werden.

Ich hatte nicht den Hauch eines Zweifels, dass mich LostWinds: Winter of the Melodias enttäuschen würde. Aus subjektiver Sicht tendiere ich dazu, das Spiel als nahe an der Perfektion zu bezeichnen; objektiv gesehen steht da leider doch die viel zu geringe Spielzeit im Wege. Dennoch: LostWinds 2 übertrumpft den Vorgänger und stellt sich auf eine Stufe mit WiiWare-Perlen wie World of Goo oder – tja, mehr wollen mir leider gar nicht einfallen. Egal, am Ende steht eh nur ein Wort und das lautet: Runterladen!

(Bilderquelle: ign.com)

3 Responses to “LostWinds: Winter of the Melodias”


  1. 1 spanksen 16. November 2009 um 11:27

    Wow Christian, das Game sieht ja wirklich „fantastisch“ aus, ich mag den Style , die 10 € gebe ich gerne aus, auch wenn es nicht ganz so lange Spielzeit hat. Danke für den Tipp, genau das richtige für ein Sofawochenende mit meiner Tochter😉

  2. 2 Laosüü 16. November 2009 um 17:01

    Sieht echt knuffig aus, das Spiel. Und auch schön zu sehen, dass es auch noch Spiele gibt, welche die Wii-Steuerung auf intelligente und motivierende Art nutzen.

    Und dem Look nach ist es ja eh für Kinder konzipiert; um mal die Sache mit dem Schwierigkeitsgrad einzugehen.😉

    Aber ansonsten klingt das wirklich toll und auch dein Blog ist sehr umfangreich und gut verfasst.
    Dafür gebe ich dir eine zu 95% ausgefahrene Radioantenne. xD

  3. 3 Christian 17. November 2009 um 21:37

    @spanksen: Bitte bitte, für ein Wochenende ist das Spiel genau richtig, so lange hab ich ja auch gebraucht.

    @Lausi
    Nur 95 Prozent? ^^ Na gut, ich bin trotzdem zufrieden. Übrigens ist es die Radi-„you“-Antenne, von wegen youFM und so *klugscheiß*😛


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