Editors, 21.11.09, Columbiahalle Berlin

Am Samstag ging es für mich bekanntlich in die Hauptstadt zu einer der großartigsten Bands, die in meiner kleinen Welt existieren. Hier nun ein kleiner Konzertbericht.

Um es gleich mal vorwegzunehmen: Der Abend war göttlich. Nie hätte ich damit gerechnet, dass die Editors eine so gute Live-Band sind oder die Fans derart mitgehen. Hier nun die Ereignisse in Chronologie:

Pünktlich zum Einlass um 19 Uhr und nachdem wir uns erstmal gehörig verlaufen hatten, schlugen wir an der Columbiahalle auf – und waren erstmal überrascht, wie klein diese doch eigentlich ist. Ich hatte sie mir in etwa wie das Haus Auensee in Leipzig vorgestellt, aber sie ist meines Erachtens noch ein Stück kleiner. Aber das macht ja nichts, umso besser sieht man die Band seiner Träume und immerhin war das Konzert auch ausverkauft…

Eine halbe Stunde vor ausgeschriebenem Beginn kam dann die erste Vorband auf die Bühne: Wintersleep. Die Jungs haben ordentlich gespielt, allerdings empfand ich die Stimme des Sängers als etwas unangenehm und viele Lieder bestanden nur aus monotonem Refrain-Wiederhole und Nanana-Gesinge. Trotzdem: Ich habe schon wesentlich unpassendere Vorbands erlebt.

Es folgten The Maccabees, die etwas verlegen auf die Bühne traten, uns letztendlich aber sehr positiv überrascht haben. Wunderbar verspielte Rockmusik, die auch das Publikum begeistert und für die Editors angeheizt hat. So muss das schließlich auch sein.

Nach neun gingen dann plötzlich die Lichter aus und die düstere Melodie des Album-Openers In This Light And On This Evening ertönte. Nicht gerade ein optimales Stück als Einstieg, da schon ziemlich bedrückend. Gleich das nächste Lied zeigte dann aber die Tanz- und Ausflippbereitschaft der Fans: An End Has A Start. Ich war voll und ganz der Meinung, dass der Bombast-Sound der Studioversion des Liedes niemals auf die Bühne übertragen werden könnte – und wurde eines Besseren belehrt. Dass man zur Musik der Editors pogen und ausflippen kann, hätt ich auch nicht für möglich gehalten, aber Nummern wie The Racing Rats, Blood, Escape The Nest und ziemlich am Ende Papillon haben das Gegenteil bewiesen. Einfach irre, was die Editors auf der Bühne für eine Energie versprühen.

Selbst eher mittelmäßige Titel vom neuen Album wie etwa The Big Exit oder Eat Raw Meat kamen ziemlich gut rüber; überhaupt wurde jedes einzelne Lied von ITLAOTE gespielt, von der Bonus-LP leider gar keins. Dafür befanden sich zwei Titel in der Setlist, die ich überhaupt nicht kannte, einer von beiden You Are Fading, der andere mir nach wie vor unbekannt.

Sage und schreibe anderthalb Stunden haben die Jungs aus Birmingham letztlich gespielt (inklusive einer Zugabe). Somit haben sie wirklich alle guten Songs von ihren drei Alben abgeliefert, vom neuesten zudem alle Titel. Das ist schon eine ordentliche Bilanz, wie ich finde.

Einen einzigen Kritikpunkt hab ich dann aber doch, nämlich dass einige Sounds bei den neueren Titeln aus der Konserve zu kommen scheinen. Live ist es mir nicht aufgefallen, aber wenn man sich die Aufnahme von Papillon anschaut, sieht man, dass zeitweise keiner am Keyboard oder der Gitarre ist. Kann man verkraften, denn sicher kams der Hörbarkeit zugute. Gerade Papillon ging nämlich nochmal richtig ab:

Was bleibt mir nun noch zu sagen? Vielleicht, dass der Abend unglaublich war. Oder dass die Editors live noch mal einen Tick besser sind als von der CD. Oder dass ich mich nun endgültig in diese Band verliebt habe. Auf jeden Fall kann ich sie jedem nur ans Herz legen, nun noch mehr als vorher schon.

YouTube-User spinschlumpi hat übrigens einige qualitativ astreine Aufnahmen vom Konzert hochgeladen; meinen Dank dafür, falls sie oder er einmal über diesen Bericht stolpern sollte:

Walk The Fleet Road
Bullets
Munich
Smokers Outside The Hospital Doors
Like Treasure (Empfehlung!)
Blood

6 Responses to “Editors, 21.11.09, Columbiahalle Berlin”


  1. 1 spanksen 24. November 2009 um 08:16

    Wow, scheint ja wirklich toll gewesen zu sein. Gute Live Konzerte sind immer was ganz besonderes

  2. 2 Dr. Borstel 24. November 2009 um 18:47

    Oh, ich kann mir gut vorstellen, dass man zu „Escape the Nest“ toll pogen kann.😉

  3. 3 Christian 24. November 2009 um 23:01

    @spanksen
    Das stimmt, ich war bis jetzt schon auf einigen größeren Konzerten, aber so gut und besonders wie dieses war bisher keines, möcht ich meinen.

    Btw: Danke für den 300. Kommentar auf diesem Blog ^^

    @Dr. Borstel
    Tja, jetzt bin ich auch schlauer ^^ Hab wohl die Editors-Fans unterschätzt😉

  4. 4 F 25. November 2009 um 12:04

    Toller Bericht, genau meine Meinung. Ich hätet ja nie gedacht, dass die Leute bei „Papillon“ so abgehen. Es war ein sehr, sehr toller Abend.


  1. 1 Warum meldet man sich eigentlich auf’m Konzert? « Belanglose Alltäglichkeiten Trackback zu 25. November 2009 um 12:07

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