Some kind of Retrospective. Teil 1: Musik

Jahresrückblicke nerven. Natürlich muss noch ein letztes Mal, bevor es wieder uninteressant werden könnte, auf Michael Jacksons angeblichen Tod eingegangen werden, auf die schröcklichen Folgen der Schweinegrippe, auf die Eskapaden so mancher Politiker und auf was weiß ich nicht alles.

Ich bin kein Fan des sentimentalen Schwelgens in der Vergangenheit, aber möchte es in den kommenden Tagen einmal selbst tun. Deshalb folgt – beginnend mit einem Blick in den Musik-Bereich – nun ein kleiner persönlicher Jahresrückblick – nicht auf Politik oder Zeitgeschehen, sondern eben auf alles Unwichtige, was mein Leben zu füllen in der Lage ist!

Das musikalische 2009 empfand ich als ungeheuer ergiebig. Mag es an meinem ständigen und beinahe ungesunden Rumhängen im Internet liegen oder daran, dass ich mich mittlerweile ein wenig mehr und vor allem schneller für neue, auch unkonventionellere Musik begeistern kann – in diesem Jahr habe ich einige Bands sehr zu schätzen gelernt.

Das wären zum einen The Killers, die 2009 zwar keine Platte rausgebracht haben, mich aber ungefähr im ersten Quartal so richtig zu begeistern wussten. All ihre Alben hab ich mir in kürzester Zeit gekauft, ausgelöst durch Human. Zugegeben, der Stil der ersten beiden Alben ist mit Day & Age überhaupt nicht zu vergleichen, aber großartig ist trotzdem jedes einzelne.

Im April, unmittelbar vor meinen Abiprüfungen und deswegen auch auf ewig mit diesen verknüpft, kam dann Depeche Modes Sounds Of The Universe. Damals war ich absolut überzeugt von der Platte; heute kann ich sagen, dass es nicht DMs beste ist. Fan bin durch Playing the Angel geworden, und der unverwechselbare, raue Stil dieses Albums kam auf SOTU nur allzu selten durch… Alles in allem aber ein gelungenes „Spätwerk“ der Jungs.

Der Sommer war für mich vor allem von Green Days 21st Century Breakdown (was nicht an American Idiot rankommt, aber dennoch ganz hörbar ist) und dem Entdecken der Amazon-MP3-Downloads geprägt. Einen Song sekundenschnell, günstig und vor allem legal auf dem Computer haben? – Fuck, yeah! Mir ist klar, dass das in Zeiten von iTunes und Co. absolut nichts Neues ist, für mich wars das zu dem Zeitpunkt schon. Demzufolge kann ich für diese Zeit auch gar nicht DEN Interpreten nennen. Burn My Shadow von Uncle hab ich sehr lange gehört und Bruises von Chairlift und Yes Man vom Yes Man-Soundtrack.

Aber das hat alles nichts mit dem Jahr 2009 zu tun, außer, dass ich es da gehört habe. Richtige Musik aus diesem Jahr hat mir dann erst wieder Dr. Borstel nahe gebracht, nämlich To Lose My Life von den White Lies. Was hab ich dieses Album rauf- und runtergehört! Über Wochen, immer wieder, in der Endlosschleife. Es ist auch ein wenig zum Soundtrack der letzten Tage in meiner Heimat bzw. des Umzugs in meinen Studienort geworden. (Ich mag es, wenn sich bestimmte Ereignisse und Musik miteinander verbinden und man selbst nach Jahren beim Hören eines Liedes sofort an eine damit gekoppelte Sache denkt ;))

Es folgt dann ein Album, das für mich alle anderen Releases des Jahres überschattet: In This Light And On This Evening von den Editors im Oktober. Anfangs werd ich nicht ganz warm damit, der Sound ist zu spröde, zu monoton, den alten Editors-Songs zu unähnlich. Aber wie das oft so ist, kam die Begeisterung mit dem mehrmaligen Hören. Und allerspätestens seitdem ich die Jungs aus Birmingham vor ein paar Wochen live gesehen habe, kann ich mich von den Songs überhaupt und gar nicht mehr lösen. Sie gehen mir geradezu nahe. Sehr kitschig, ich weiß. Aber wahr! Für mich also das Album dieses Jahres, ohne Zweifel.

Bis jetzt natürlich! Denn erst seit dieser Woche hat mich mal wieder eine neue Band um den Finger gewickelt, namentlich Mumford & Sons. Mumford & Sons haben mir und jedem, den ich sie bisher vorgespielt habe, sofort gefallen – das passende Album liegt dann am 24. auf dem Gabentisch, weswegen ich mich hierzu noch gar nicht so sehr auslassen kann. Gespannt bin ich aber wie sonstwas.

Überraschungsalbum des Jahres ist für mich übrigens La Roux von – La Roux. Wer hätte gedacht, dass ich mich mal für solche Musik begeistern könnte? Ich sicherlich nicht. Aber die Platte bringts einfach, sie ist verspielt, frisch und Gute-Laune-erzeugend. Auf La Roux‘ Zukunft bin ich wirklich sehr gespannt!

Und was lief sonst noch so in meinem CD- bzw. MP3-Player? Nach unserer Ungarnreise viel zu viel Peter Fox, zwischendurch auch mal Mika, zuletzt oft und gern Polarkreis 18. Und der Watchmen-OST! Mich hat seit Kill Bill kein Soundtrack mehr so begeistert.

So weit, so gut. Jetzt interessiert mich natürlich besonders, was euch in diesem Jahr musikalisch begeistern konnte!

______________________

Siehe auch:
Some kind of Retrospective. Teil 2: Filme

Some kind of Retrospective. Teil 3: Games

Some kind of Retrospective. Teil 4: Was noch?

9 Responses to “Some kind of Retrospective. Teil 1: Musik”


  1. 1 spanksen 14. Dezember 2009 um 08:24

    Wenn du dir mal alle Depeche Platten anhörst wirst du feststellen das sie alle unterschiedlich sind. Deshalb ist jede Scheibe von den Jungs anfangs für mich extrem gewöhnungsbedürftig. Persönlich finde ich die SOTU besser als PTA und auch viel besser als Exciter, allerdings kommt sie nicht an die Meisterwerke der 80er und 90er Jahre ran. Trotzdem eine tolle Scheibe mit vielen Perlen (In Chains, Little Soul, Ghost…)

  2. 2 Laosüü 14. Dezember 2009 um 16:16

    Frage: wieso hat es dich überrascht, dass du auf synthi-pop wie
    La Roux stehst? Hörst doch eigentlich gerne Synthi-pop???

    Für mich die Highlights des Jahres:
    – Green Day „21st Century Breakdown“
    – diverse Hosen-Cds die ich mir geleistet hab
    – die neue Panik-CD (mir gefällt einfach ihre Mischung aus Rock und Rap, auch wenn sie natürlich nicht an die großen Nu-Rockbands ranreichen)
    – Peter Fox war in diesem Jahr auch nicht mehr wegzudenken, was meiner meinung nach nichts schlimmes war😀
    – Black Eyed Peas mit „I gotta feeling“ und „Meet me Halfway“

    und zu guter letzt:
    Mumford & Sons mit „little lion man“ (gehöre ja zu den bekehrten ;))

    So, ich habe fertig.

  3. 3 spanksen 14. Dezember 2009 um 16:34

    Stimmt, dieses Jahr war eindeutig das Jahr von Peter Fox, und wenn ich mir die Live DVD von ihm anschaue kann ich nur sagen – zu recht! Das Teil rockt

  4. 4 Laosüü 14. Dezember 2009 um 18:11

    Hab bisher nur Ausschnitte im Fernsehen gesehen oder mal live-versionen im Radio gehört.
    Aber Peter Fox ist einfach nur genial. Und zusammen mit Coldsteel unschlagbar.

  5. 5 Christian 14. Dezember 2009 um 18:16

    @spanksen
    Stimmt, jetzt wo dus sagst: Jede DM-Platte hat einen etwas anderen Stil und jede ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber PTA oder vor allem auch Violator haben mir jeweils auf der Stelle, mit dem ersten Anhören gefallen – was natürlich auch bei mir ne Seltenheit ist😉

    @Lausi
    Ja, ich mag Synthie-Klänge, aber normalerweise nicht so zuckersüßen Pop, wie in La Roux machen ^^ Insofern ist das ne Neuheit für mich.

    @Peter Fox
    Das erste Mal seit Jahren, dass ich wieder Hip Hop höre und das erste Mal überhaupt, dass es deutscher ist. Der Peter hat einfach ein großartiges Händchen für begeisternde, treibende Musik. Mein Lieblingslied von ihm ist übrigens „Der letzte Tag“ ^^

  6. 6 Nathan Nörgel 16. Dezember 2009 um 11:13

    Da sind euch doch glatt mindestens drei großartige Platten in diesem Jahr durch die Lappen gegangen:

    Madness – The Liberty of Norton Folgate
    Element of Crime – Immer da wo du bist bin ich nie
    und natürlich – ich kann sie zur Zeit nicht genug hören –
    Katzenjammer – Le Pop

    Zu Depeche Mode: Auf der Wasser-Prawda gibts fast zu allen Alben Rezensionen von einem erklärten Fan dieser Band. Und dazu passende Videos…

  7. 7 Dr. Borstel 16. Dezember 2009 um 17:41

    Ich habe eigentlich erst in diesem Jahr die Musik und das Internet tatsächlich für mich entdeckt. Bis zum letzten Jahr war Musik für mich eine eher diffuse Angelegenheit. Zur Abwechslung mal schön, ich hatte auch meine Lieblingsbands und -songs (auch damals schon eher im Indie-Bereich), aber eher am Rande. Dem Internet stand ich sowieso eher zweifelnd gegenüber. Als dann beides zusammenkam und ich die Vorzüge von Youtube (und später Last.fm, Jamendo, Bandcamp, Myspace und vor allem BLOGS!) für mich entdeckte, war’s dann um mich geschehen. So was kann scheinbar ziemlich schnell gehen.

    Einen ausführlichen Jahresrückblick wird’s dann wohl demnächst auf meinem Blog geben; ich bastel im Moment noch an meinen Top Twenty Songs von 2009 rum. Zumindest die White Lies und Mumford & Sons werden darauf aber bestimmt auftauchen.

  8. 8 Christian 16. Dezember 2009 um 18:22

    Ja, das Internet ist schon ein Segen für Musikbegeisterte. Jedenfalls schön, dass du beides für dich entdeckt hast; ansonsten hätte ich schon einiges an guter Musik verpasst😉 Früher hab ich mich auch auf MySpace rumgetrieben, aber mittlerweile eigentlich nu noch in der Blogosphäre. Das selbstständige Suchen nach neuer Musik ist mir zu anstrengend ^^

    Und auf deinen Rückblick bin ich sehr gespannt!

  9. 9 Laosüü 17. Dezember 2009 um 16:56

    Schleimer!!!!!!!!!! xD

    Nee, bin ich auch.😉


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