In space, no-one can hear you scream

Mehr durch Zufall habe ich im gestrigen Nachtprogramm Alien entdeckt, den Klassiker des Horror-Science-Fiction-Films schlechthin. Und sah mich zum ersten Mal in meinem Leben mit der Frage konfrontiert, warum ich ihn bis jetzt noch nie gesehen habe.

Im Ernst: Ich habe keine Erklärung dafür, warum ich bisher keinen Film aus der Alien-Reihe gesehen habe, obwohl das doch eigentlich genau mein Genre ist. Wenigstens hat mir Kabel eins gestern Abend endlich die Chance gegeben, einen Einstieg in die Serie zu finden.

Alien ist von 1979 und das merkt man ihm auch an. Teilweise hat unsere Gegenwart die Zukunft dieses Films schon eingeholt, beispielsweise wenn die Besatzung des Frachters an kleinen, funzeligen Röhrenmonitoren arbeitet, auf denen grüne Buchstaben vor schwarzem Hintergrund entlangflimmern. Natürlich kann man so etwas einem dreißig Jahre alten Film unmöglich vorwerfen und im Gegenteil gefällt mir das sogar, da es den Charme des Films ausmacht – zusammen mit all der Düsternis, die er erzeugt.

Denn das Schiff, auf dem sich die sieben Protagonisten befinden, ist heruntergekommen, dreckig und beengt, und verschmilzt somit fast mit dem endlosen, kalten Schwarz des Alls. Ihr kennt doch sicherlich die Bilder aus Star Wars, wo gelbe Raumschiffe sich vor einer Vielzahl an glitzernden Sternen und bunt leuchtenden Planeten im Hintergrund mit grellen Lasersalven beschießen. So etwas gibt es hier nicht. Ein gigantischer schwarzer Koloss, der sich langsam vor einem schwarzen Hintergrund bewegt – so fängt Alien an und so behält man den Film auch irgendwie in Erinnerung.

Auch von der Erzählweise bin ich beeindruckt. Ripley alias Sigourney Weaver ist ja bekanntlich so etwas wie die Hauptfigur und demzufolge würde man doch (zumindest wenn man von der Machart heutiger Filme ausgeht) erwarten, dass die Handlung sich von Anfang an auf sie konzentriert. Aber genau das tut sie eben nicht, erst nach und nach wird Ripley aus der restlichen Crew hervorgehoben. Indem sie das Signal als Warnung erkennt, die Lebensform nicht aufs Schiff lassen will und letztlich nach dem Tod des Kapitäns das Kommando übernimmt. Hinzu kommt, dass Sigourney Weaver ihre Rolle wirklich grandios verkörpert.

Weiterhin muss man dem Film anrechnen, dass er nicht übermäßig brutal ist. Alien ist ein Spannungsschocker der alten Schule und bezieht seine Wirkung demzufolge aus gut abgepassten Schreckmomenten. Etwa wenn das Alien plötzlich von der Decke springt. Das hat übrigens auch nach all den Jahren nicht seinen Schrecken verloren, was sich allein daran zeigt, dass es zuletzt in zwei Spin-Offs zur stumpfsinnigen Tötungsmaschine umfunktioniert wurde (AvP habe ich bruchstückhaft gesehen und da hat es keinesfalls die gleiche Wirkung wie im 79er Alien).

Die gestern Abend gezeigte Fassung schien übrigens eine richtig alte gewesen zu sein, zumindest wenn man nach ihrer Bild- und Tonqualität geht. Heute läuft beim selben Sender der von James Cameron gedrehte und angeblich actionlastigere zweite Teil. Wenn mir der auch so gut gefällt, werde ich den Kauf der Saga-Box in Erwägung ziehen, allein um den ersten Teil in etwas besserer Qualität genießen zu können.

Alien (oder Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, um mal den bescheuerten deutschen Beititel zu nennen) hat mir jedenfalls richtig gut gefallen und ich ärgere mich im Moment maßlos darüber, dass ich ihn nicht schon eher gesehen habe. Das Aussprechen einer Empfehlung spare ich mir in diesem Sinne einfach mal, schließlich handelt es sich hier um einen Klassiker. (Das heißt, man muss ihn gesehen haben, ob man nun will oder nicht :P)

12 Responses to “In space, no-one can hear you scream”


  1. 1 spanksen 29. Dezember 2009 um 17:21

    Du hattest Alien noch nicht gesehen? Nein, glaub ich nicht😉

  2. 2 quadratmeter 29. Dezember 2009 um 19:14

    Spanksen, was meinst du, was ich alles noch nie gesehen habe? Dr. Borstel führt es mir immer wieder vor Augen😉

    Ich habe Alien gestern auch wieder gesehen. Auch den 2. Teil finde ich durchaus sehenswert.

  3. 3 Eric 29. Dezember 2009 um 19:35

    Es gibt für alles ein erstes Mal. Und ein ALIEN-Film ist ein ganz besonderer Moment. Ich hoffe, dass du genau wie ich, wenn du den Abspann von Alien 4 gesehen hast, in dem Wunsch nach einer , bisher ausgebliebenen, Fortsetzung vergehst.🙂

  4. 4 Christian 29. Dezember 2009 um 19:49

    @spank
    Shame on me!😀

    @quadratmeter
    Da bin ich jetzt aber noch mehr auf den zweiten gespannt. Hoffentlich schlaf ich nicht ein, bei der vielen Werbung, die da immer läuft, ist das Risiko verdammt groß Oo

    @Eric
    Meine Wikipedia-Recherche hat mir gezeigt, dass ein fünfter Teil doch zumindest in der Planung ist, oder? Frau Weaver hat sich ja mit Avatar schon mal wieder ans Genre gewöhnt ^^

  5. 5 quadratmeter 29. Dezember 2009 um 19:51

    Die Werbung nervt furchtbar, das stimmt. Wir haben Glück, weil wir T-Home haben und dher immer etwas zeitversetzt gucken können, um die Werbung einfach „vorzuspulen“😉

  6. 6 Christian 29. Dezember 2009 um 23:56

    Oh Mann, ich habs jetzt aufgegeben… Der Film war bis jetzt super, aber 4-mal Werbung in einer Stunde kann ja wohl nicht angehen >_<
    Die Saga-Box ist so gut wie gekauft ._.

  7. 7 spanksen 30. Dezember 2009 um 10:49

    Gute Entscheidung, mit Werbung geht gar nicht😦

  8. 8 Dr. Borstel 30. Dezember 2009 um 15:59

    Der zweite ist natürlich, Cameron-bedingt, etwas weniger aus Hochspannungsschocker getrimmt und dafür Action-intensiver. Kommt wohl auf persönliche Vorlieben an, welcher einem besser gefällt.

    Ja, ein fünfter Teil ist in Planung, übrigens wieder unter der Regie von Ridley Scott. Es soll darüber hinaus ein Prequel werden, also die Vorgeschichte zu „Alien“ erzählen. Tja, da hat George Lucas ja was ausgelöst …

    • 9 Christian 30. Dezember 2009 um 18:58

      Dann fürchte ich ja fast, dass mir der zweite nicht so gefallen wird Oo Nuja, mit etwas Glück kommt das Päckchen noch vorm Wochenende an und ich kann mich selbst überzeugen…😉

      • 10 Laosüü 4. Januar 2010 um 00:17

        Also bis auf Teil3 fand ich eigentlich alle Teile durchweg gut, wobei bei Teil 2 und 4 ja eher die Action im Vordergrund stand.
        Dafür sah man in Teil 1 den Mann im Gummikostüm manchmal ein paar Sekunden zu lang.

        Dass die Fortsetzung ein Prequel werden soll, habe ich auch gehört. Soll sich wohl um den Ursprung der Tierchen drehen.

        P.S: Zum Thema Fortsetzungen. Ein neuer Predator soll ja auch rauskommen, schon gehört? ^^

  9. 11 Christian 4. Januar 2010 um 18:15

    Nein, aber darauf kann ich, glaub ich, verzichten… Kenne nur den ersten Teil mit Äktschn-Arnie und der hat mir irgendwie überhaupt nicht gefallen.


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