Iron Man 2: Konkurrenz für den Dunklen Ritter?

Nachdem Tony Stark im ersten Teil zu Iron Man wurde und seine Identität preisgab, kämpft er im lang erwarteten Sequel mit den Folgen seines Ruhms: Hochmut, Alkohol, Neidern. Teil eins ist deswegen so großartig, weil er genau die richtige Balance zwischen Komik, Anspruch und Action findet – das gilt glücklicherweise auch für den zweiten, wenn die Spannungskurve hier auch etwas anders verläuft. Dauer-Wumms à la Transformers sucht man vergebens, bis zum explosiven Finale konzentriert sich der Film voll und ganz auf seine Story und wirft dem Zuschauer nur kleine Action-Häppchen vor, die dann eben in einem vielleicht etwas zu kurzen Endkampf münden. Ernsthaft: Da wird Starks Widersacher Vanko über 120 Minuten zur übermächtigen, wortkargen Killermaschine stilisiert und dann ist alles so schnell vorbei.

Glücklicherweise merkt man dem Film den Einfluss des derzeitigen Genre-Primus The Dark Knight an, der nichtssagende Fiesling aus dem Erstling ist Mickey Rourke als unnahbarem Verrückten gewichen, der zwar zu keiner Zeit an Heath Ledger und seine Joker-Darstellung heranreicht, dem Film aber ohne Zweifel guttut. Außerdem erhält Tony Stark eine (nicht allzu originelle) Vergangenheit, die ihn ein Stück Richtung Bruce Wayne alias Batman rücken lässt. Ein gewisser Tiefgang ist ebenfalls nach wie vor zu finden; dass Stark hinter der Fassade aus Macht und Reichtum mit Alkohol und den Folgen seiner selbst erschaffenen Energiequelle zu schaffen hat, macht ihn doch auch wieder ein ganzes Stück menschlicher.

Nach der Aufklärung über Marvels Crossover-Pläne bei Graval machten zudem die Anspielungen auf die beiden kommenden Helden-Filme Spaß; während des Abspanns sitzen zu bleiben lohnt sich wieder, wenn auch nicht so sehr wie im ersten Teil.

Iron Man 2 bietet eine akzeptable Story, einen großartigen Cast und vernünftig dosierte Action – vor allem zeigt er aber, dass Marvel die Existenz des besseren Superhelden-Epos nicht ignoriert hat und ihm auf den Fersen ist. Für mich noch einen Tick besser als Teil eins.

Bei Graval findet sich übrigens ein lesenswerter Vergleich zwischen den letzten beiden Batman- und den Iron Man-Filmen.

Bildquelle (© Concorde-Filmverleih)

18 Responses to “Iron Man 2: Konkurrenz für den Dunklen Ritter?”


  1. 1 graval 10. Mai 2010 um 16:57

    Danke für die Links🙂

    Die Batman-Parallelen sind erkennbar, zum Glück verliert der Film aber sich selbst nicht aus den Augen. Selbst meinem Marvel- und Iron Man-hassenden Bruder gefiel dieser Film, zumindest besser als Teil 1🙂 Und das ist mal ein Wort😛

  2. 2 Dos Corazones 10. Mai 2010 um 19:21

    Diese Woche werde ich mir zumindest endlich den ersten Teil anschauen. Wenn es dann auch noch hinhaut, folgt der Kinobesuch für Teil zwei kurz darauf. Bei so viel guter Kritik kann ich eigentlich ja nur enttäuscht werden…

  3. 3 spanksen 10. Mai 2010 um 20:15

    Hört sich gut an. Dann werd ich mal schauen ob ich den ersten noch in der Videothek bekomme um mir den zweiten nächste Woche im Kino rein zuziehen, ging irgendwie an mir vorbei

  4. 4 Laosüü 10. Mai 2010 um 20:27

    Sobald es mir gelingt, Motivation und Kreativität für meine Review zu erlangen, folgt eben genannte. Jedoch kann ich ja schon sagen, dass ich den Film auch super und nicht nur einen Tick besser als Teil 1 fand.

    Aber die doch so unoriginelle Vergangenheit haben sich nicht die Filmemacher, sondern Kirby und Lee ausgedacht. Die gab’s schon vor The Dark Knight. Und irgendeinen Schaden in der Vergangenheit haben die Superhelden doch alle.😉
    Außerdem sind Joker und Whiplash vollkommen andere Charaktere, schon erkennbar an ihren Motiven. Als Verrückten würde ich Ivan Vanko auch an keiner Stelle bezeichnen. Ein Vergleich ist deshalb nicht wirklich möglich, zumal es wohl kein Darsteller jemals mit der Leistung von Ledger aufnehmen kann.

  5. 5 christian 11. Mai 2010 um 17:01

    @graval
    Marvel bessert sich, aber ob Spider-Man 3 jemals gutgemacht werden kann, bezweifle ich😉

    @DC & Spanksen
    Macht das, es lohnt sich!

    @Laosüü
    Ich bezog den Vergleich auch eher auf den Fakt, dass hier erkannt wurde, dass ein charismatischer, tiefgründiger Bösewicht mindestens genauso wichtig wie ein guter Protagonist ist. Charakterlich unterscheiden sich Joker und Vanko natürlich, ich habe auch nichts anderes behauptet, alles andere wäre ja auch langweilig. Trotzdem würde ich Vanko als verrückt oder zumindest besessen bezeichnen, aber das ist ja im Grunde auch egal ^^;

  6. 8 Hannibla Lektor 11. Mai 2010 um 17:40

    Klasse, von mir ja mit Spannung erwartet, muss nun leider wegen Zeitmangel noch ein wenig warten, aber schon mal gut zu wissen, dass da keine Enttäuschung lauert🙂

  7. 9 Dr. Borstel 15. Mai 2010 um 17:52

    Hm, fast alle Kritiken schreiben Teil 2 zumindest eine ähnliche Qualität wie dem Vorgänger zu. Also wohl doch sehenswert. Ich denke, ich warte trotzdem auf die DVD … oder doch nicht?

  8. 14 Hannibla Lektor 19. Mai 2010 um 11:36

    Yeah, gestern endlich gesehen, der macht Spaß🙂 Und Mickey Rourke ist klasse, auch wenn man sich am Ende doch ein wenig wundert „huch, so schnell vorbei?“ – wie Du schon geschrieben hast.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Archive

Hier bloggt:


%d Bloggern gefällt das: