Peter Jacksons Knochen

Susie Salmon wurde nur 14 Jahre alt. In einer magischen Welt zwischen Himmel und Erde gefangen, beobachtet sie, wie ihre Familie und Freunde mit ihrem gewaltsamen Tod fertig werden und ihr Mörder sein unauffälliges Leben fortsetzen kann.

In meinem Himmel bzw. im Original The Lovely Bones wird den hohen Erwartungen nicht gerecht, die an ihn gestellt wurden. Er mag die von Peter Jackson inszenierte Verfilmung eines Bestsellers sein, aber dass das nicht mal bei Jackson Garantie für einen Hit ist, wird hier sehr deutlich.

Der Film kann sich einfach nicht so recht entscheiden, was er denn sein will. Anfangs Drama, dann Fantasy, zwischendurch auch mal Komödie, gegen Ende wieder Thriller. Das könnte man natürlich verzeihen, wenn die einzelnen Genre-Abschnitte nicht so abrupt enden und beginnen würden. So verpuffen die teilweise sehr tragischen Momente und faszinierenden CGI-Spielereien allzu schnell im gedanklichen Nichts.

Und auch die Art und Weise, wie Protagonistin Susie ihren eigenen Tod im Voraus und im Nachhinein kommentiert, wirkt etwas abgedroschen, um nicht zu sagen: klischeehaft. Zumal Newcomerin Saoirse Ronan kaum Möglichkeiten erhält, ihr mit Sicherheit vorhandenes schauspielerisches Können zu demonstrieren. Mehr als wütend gucken und durch Fantasiewelten hüpfen ist hier für sie einfach nicht drin. Nicht mal Mark Wahlberg und Rachel Weisz bekommen die Möglichkeit, sich zu präsentieren – lediglich Stanley Tucci als Susies Mörder erhält genug Screen-Time, um seine interessante Figur mit Leben zu füllen.

Ist The Lovely Bones damit ein schlechter Film? Sicherlich nicht. Eigentlich leidet er nur darunter, dass man von Jackson keine durchschnittlichen Filme gewohnt ist. Mein Rat deshalb: einfach mal mit nicht allzu hohen Erwartungen ansehen.

Zitat: amazon.de; Bildquelle (© Paramount Home Entertainment; nachbearbeitet)

11 Responses to “Peter Jacksons Knochen”


  1. 1 bullion 2. September 2010 um 08:54

    Ja, sehe ich leider ähnlich…

  2. 2 Damian 2. September 2010 um 08:54

    Saoirse Ronan fand ich super und Tucci gigantisch. Und die Effekte fand ich auch sehr sehr cool.

    Aber du hast recht…er ist Mittelmass. Obschon sehr angenehmes Mittelmass.

  3. 3 spanksen 2. September 2010 um 12:15

    Ich fand Ihn grandios! Konnte die ganze Nacht nicht schlafen, liegt warscheinlich daran das ich selbst eine Tochter habe und mich da vielleicht eher rein versetzten konnte. Die Szene im „Keller“, war so erdrückend und fürchterlich das ich sie mir kaum anschauen konnte – der Killer war übrigens großartig besetzt

  4. 4 christian 2. September 2010 um 15:13

    Ja, Tucci und Ronan sind wirklich 1a besetzt, wenn Letztere auch etwas unter ihren Möglichkeiten bleibt. Und die dramatischen Momente waren teilweise schon wegguckwürdig, allerdings fand ich da An American Crime schlimmer, den ich zufällig am Abend zuvor geguckt hatte😉

  5. 7 Dr. Borstel 2. September 2010 um 16:10

    Ronan ist auch eine ganz, ganz tolle Darstellerin, von der wir garantiert noch eine Menge sehen werden – wahrscheinlich die viel versprechendste Jungdarstellerin momentan. Trotzdem sind meine Erwartungen für den Film mittlerweile völlig im Keller. Was helfen könnte.

  6. 10 Laosüü 3. September 2010 um 17:35

    So klischeehaft fand ich die Erzählweise nun nicht. War eben eine Off-Erzählung, wie sie zu einer Buchverfilmung durchaus passt, wie ich finde.

    Aber obwohl ich nun überhaupt keine Erwartungen an den Film hatte, fand ich ihn dennoch nicht wirklich berauschend und stimme zu: gutes Mittelmaß, Jackson kann das jedoch besser.


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