Euphonie

Manche Gedankengänge sind einfach zu faszinierend, um sie im wirren Garten der Nervenzellen zurückzulassen. Ich höre zurzeit wahllos Lieder von Arcade Fire, einer Band, von der ich bis vor kurzem noch nie gehört hatte, obwohl alle Welt sie als großartigste Indie-Rocker des Jahrzehnts, des Jahrhunderts, der Zukunft und der Vergangenheit bezeichnet. Von dem ausgehend, was ich bisher von ihnen gehört habe, kann ich das noch nicht bestätigen. Beim Durchhören gefallen mir einige Song Tränen-in-die-Augen-treibend gut und andere sind nur so Durchschnittsgeschrammel, weswegen ich mich auch noch nicht so richtig zum Kauf eines der drei Alben durchringen konnte. Aber darum solls hier eigentlich gar nicht gehen.

Arcade Fire singen auf ihrem letzten Album The Suburbs über das Aufwachsen und Leben in nordamerikanischen Vororten und sie verwenden ein englisches Wort, das ich nun auch offiziell als mein Lieblingswort dieser Sprache bezeichnen möchte: SPRAWL. Wir alle kennen ja spätestens seit Donnie Darko den Begriff Cellar door, der wegen eines so profanen Kriteriums wie seines Wohlklangs oft als schönstes Wort des Englischen bezeichnet wird. Ähnlich gehts mir mit Sprawl; es hört sich in meinen Ohren unglaublich schön und charakteristisch englisch an. Dabei ist seine Bedeutung ähnlich banal wie die von Cellar door: Sprawl bedeutet im Allgemeinen nur Ausdehnung, im Speziellen die unkontrollierte Ausbreitung einer Stadt als Prozess oder der Ballungsraum als Fläche. Aber lasst es euch mal ganz langsam auf der Zunge zergehen: Sprawl. Das ist reiner Wohlklang, oder?

Und damit ich nicht vollends doof dastehe, weil ich ein einziges Wort als Aufhänger für einen Blogpost verwende: Welches ist euer liebstes englisches Wort?🙂

18 Responses to “Euphonie”


  1. 1 graval 4. September 2010 um 11:36

    Ich mag „Inevitable“ und „Despicable“, das aber spätestens seit Team America und Ich, einfach unverbesserlich.😉 Sprawl klingt auch lustig.

    Wenn du aber wissen möchtest, welches Wort ich am meisten verwende, also welches ich so gesehen am meisten mag, dann ist das sicherlich „Like“. „You know, he was, like, standing there, with a hat, like, this tall“😛

  2. 2 Dr. Borstel 4. September 2010 um 13:41

    Ich würde „crawl“ aber „sprawl“ vorziehen; ersteres lässt sich leichter aussprechen. Ansonsten – ist zwar eigentlich ein Name, keine klassische Vokabel, aber ich liebe „Alabama“.😉

  3. 4 christian 4. September 2010 um 14:47

    @graval
    Wie hängen Inevitable und Team America zusammen? Ich hab den Film nur ungefähr 15 Minuten ausgehalten ^^;

    Like an jeder Position im Satz hat sich inzwischen auch in meinen Wortschatz eingeschlichen, vor allem dank Scott Pilgrim🙂

    @Dr. Borstel
    Aber Crawl hört sich doch nicht mal annähernd so schön an wie Sprawl😛 Dafür ist Alabama wirklich schön, also das Wort.

    • 5 graval 4. September 2010 um 14:58

      Scott Pilgrim kann ich die Likes nicht zuschieben, hab die Bände ja noch nicht auf englisch. Und ist ja in Team America der Running Gag, dass Kim Jong Il das „L“ nicht sagen kann. Darum hat er dann mit dem „Inevitabre“ seine liebe Mühe xD

      • 6 christian 4. September 2010 um 16:56

        Ah, Engrish:mrgreen: Bei Scott Pilgrim ist mir nur das erste Mal bewusst geworden, dass anglophone Jugendliche so like-ig sprechen.

        • 7 graval 5. September 2010 um 00:01

          Ich hab in meinem Umfeld genug englischsprachige und auch viele deutschsprachige Kollegen, die wie ich dieses Like immer sagen🙂 Das hab ich auch ohne SP gemerkt, aber das Like krieg ich so schnell nicht mehr raus ^^

          • 8 christian 5. September 2010 um 11:23

            Du hast in deinem Umfeld englischsprachige Kollegen? In meinem Umfeld sprechen nur Dozenten Englisch, und die… haben ein anderes Idiom, höhö ^^ Aber ich werde die nächsten zwei Wochen in Britain mal genau hinhören😉

          • 9 graval 5. September 2010 um 12:32

            Einen Australier, bis vor kurzem einen Ami, und sonstwelche mit englischsprachigem Blut😛😉

            Gehe vielleicht im Herbst auch nach London. Wird sicher lustig😀

  4. 10 Mia 5. September 2010 um 11:34

    Ich liebe ja das Wort ‚gentlemen‘.

    Die Einzahl gefällt mir dann allerdings nicht so gut. Klingt irgendwie nicht so.

  5. 12 Anna 5. September 2010 um 17:44

    Mein liebstes englisches Wort ist wohl „tomorrow“. Schrecklich banal, klingt aber gut.

    P.S. The Suburbs ist ein gutes Album, Suburban War mag ich gerne. Aber du hast Recht, Arcade Fire können auch blöde Lieder machen. Meine Lieblingsbeschäftigung: Mauszeiger aufs Bild haten und klicken: http://www.arcadefire.com/the-suburbs/

    • 13 christian 5. September 2010 um 18:01

      Ja, das hat mich neulich auch in seinen Bann gezogen:mrgreen: Meine Favoriten sind bisher Ready to Start und vor allem Sprawl II, aber auch nur, weil ich mit den anderen 14 Titeln noch nicht so sonderlich beschäftigt habe ^^

      • 14 Anna 6. September 2010 um 13:42

        Verstehe ich, komplett durchgehört hab ich mich erst 3 Mal, oder so. Ich finde, dass man auf Dauer da den Faden verliert.
        Das Bild ist allerdings der Hammer. Probier das mal betrunken, dann geht das aber ab. Hihi.

  6. 15 Damian 6. September 2010 um 15:55

    Mein Lieblingsenglischwort ist Blitzkrieg.🙂

  7. 18 Gl0rfindel 20. September 2010 um 18:50

    Bin schon ein wenig spät. Mir gefallen natürlich noch der Rucksack, die Autobahn und allen voran der Kindergarten.

    Scherz beiseite, ich mag das Wort „fool“ sowie das zugehörige Adjektiv „foolish“😉


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